Gemeinde Heiderscheid mit Europäischen Dorferneuerungspreis für ganzheitliche Projekte von herausragender Qualität ausgezeichnet
Nachdem die Gemeinde Beckerich im Jahre 1996 den ersten Preis dieses internationalen Wettbewerbes nach Luxemburg brachte, wurde die Gemeinde Heiderscheid als Kandidatin vom Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung für die diesjährige Auflage des alle zwei Jahre stattfindenden internationalen Wettbewerbes nominiert.
Unter den Bewerbungen aus 23 verschiedenen Ländern und Regionen Europas (Europäische Union sowie Mittel- und Osteuropäische Länder) schlug sich die für Luxemburg selektionierte Gemeinde Heiderscheid vortrefflich, da sie bis zuletzt in der engeren Wahl mit dem späteren Sieger Obermarkersdorf, Niederösterreich, lag. So wurde die Gemeinde Heiderscheid mit einem Dorferneuerungspreis "für ganzheitliche Projekte von herausragender Qualität" ausgezeichnet.
Die Europäische Arbeitsgemeinschaft (ARGE) "Landentwicklung und Dorferneuerung", mit Sitz in Wien, vergab damit diese hohe Auszeichnung zum insgesamt fünften Mal. Die Entscheidung der internationalen Jury fiel am Sonntag, den 12. Juli 1998. Die Preisverleihung fand dabei erstmals in Luxemburg selbst statt, und zwar am Freitag, den 16. Oktober 1998 in der Willibrordus-Stadt Echternach. Knapp 800 internationale Gäste wohnten der Feier in der Basilika und der ehemaligen Abtei bei.
Die Gemeinde Heiderscheid war dabei mit einer knapp 30köpfigen Delegation vertreten. Bürgermeister Marco Schank und Schöffe Lucien Eicher nahmen den Preis aus den Händen des österreichischen Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft "Landentwicklung und Dorferneuerung" Erwin Pröll und dem Luxemburger Minister für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung Fernand Boden entgegen (unser Foto).
Dabei habe die Jury in erster Linie Vorreiterprojekte aus dem Bereich der Landschaftspflege, wie das Wiesental- und Bachstreifenprogramm der Gemeinde, oder auch das Nutzen von Einkommensreserven über Bauernladen bzw. Markenprogramme in Zusammenhang mit dem Naturparkprojekt hervorgehoben, so Charles Konen, Vertreter des Ministers für Landwirtschaft und Landentwicklung innerhalb der "Europäischen Dorferneuerungspreis"-Jury.
Die europäische Jury, die sich aus insgesamt elf Mitgliedern, darunter Architekten, Ingenieure, Bürgermeister, Journalisten und Ministerialvertreter zusammensetzt, habe insbesondere die Pionierarbeit der Gemeinde im Hinblick auf die Ziele der Agenda 2000 belohnen wollen, umso mehr die Gesellschaft zukünftig stärker die sozialen und ökologischen Dienstleistungen der Landwirtschaft, so Charles Konnen.
Hinzu kam, so der Ministerialvertreter, dass die Gemeinde die insgesamt zehn Beurteilungskriterien, die es in bezug auf das Motto des diesjährigen Europäischen Dorferneuerungspreises "Kreativ - Innovativ - Kooperativ" zu belegen galt, mit jeweils mehr als wenigstens zwei Projekten oder Aktionen abdecken konnte.
Des weiteren wurde die ganzheitliche Vorgehensweise honoriert, da die Gemeinde die für die Planung notwendigen Vorgaben wie Biotopkartierung, Landschaftsplan, periodisch angepasster Bebauungsplan, Gemeindentwicklungsplan, Energiestudie usw. zur Umsetzung nutze.
Hinzu komme Eigeninitiative und Bürgerbeteiligung über konsultative Kommissionen und die Unterstützung lokaler Initiativen was wiederum einem sogenannten "bottom up"-Vorgehen entspreche, wesentlicher Bestandteil regionaler Entwicklung.
Neben der Stärkung der bäuerlichen Land- und Forstwirtschaft stand u.a. der Erhalt und Aufbau standortbezogener Arbeitsplätze im Mittelpunkt der Bewertung mit Projekten der Landgemeinde Heiderscheid wie das Leader-Dienstleistungszentrum, die Einrichtung einer Arztpraxis oder auch eines Regionalladens mit Metzgerei, Zurverfügungstellen eines alten Bauernhofs "Liewenshaff" mit der Betreuung verhaltensauffälliger Jugendlicher durch die "Päerdsatelier asbl", oder auch verschiedener Initiativen zur Sicherung landwirtschaftlicher und handwerklicher Unternehmen.
Regionale Bibliothek, umfangreiche Weiterbildung, Kulturinitiative "Konschthaus a Frantzen", soziale Dienstleistungen, ökotouristische Initiativen wie Naturerlebniswege, historischer Markt oder auch verschiedene Kooperationen in Zusammenhang mit dem Naturpark Obersauer und der Leader-Gruppe Wiltz-Redingen bilden die Highlights der Kriterien Kulturinitiativen und Weiterbildung im Dorf sowie Wiederbelebung traditioneller und Schaffung zeitgemässer soziokultureller und sozialer Qualitäten. |